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Udo Jürgens - Mit 66 Jahren (Was wichtig ist...)

  • Typ:

    Album

  • Format:

    MusiCasette

  • Disc Anzahl:

    1

  • Land:

    Deutschland

  • Label:

    Ariola

  • Bestell-Nr.:

    74321750724

  • VÖ-Datum:

    2000

  • Kaufen bei:

    iTunes Amazon MP3

Weitere Veröffentlichungen (2):

Udofan meint:

Rechtzeitig zu seinem 66. Geburtstag und wenige Tage vor dem Start der Tournee 2000/2001 kam diese MC, als Mischung aus Sampler, Remake und Neuproduktionen auf den Markt. Nach jahrelanger Abstinenz aus den Top 10 schaffte Udo mit diesem Album wieder den Einzug in die Verkaufshitparaden.
Auf dieser "Geburtstags-MC" befinden sich fünf nagelneue Titel sowie 13 große Udo Klassiker, die (leider) alle vollständig neu produziert oder neu gemastert worden sind. Herausragende Titel sind : "Was wichtig ist", eine große Ballade mit großen Gefühlen, wie sie auch einem versierten Komponisten wie Udo Jürgens nach eigenen Aussagen nur selten gelingt. Mit "Was ist das für ein Land" hat Udo einmal mehr den Nerv der Zeit getroffen. Ein Sonderlob dem Texter Jochen Kramer, der die Geschichte über gewalttätige Jugendliche die einen Wehrlosen mit Baseballschlägern brutal niedergeknüppelt haben, in eine sehr einfühlsame Erzählung umgesetzt hat.
"Auf der Straße der Vergessenheit" mit teilweise abgeändertem Text hat auch fast 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung nichts von seinem Witz und Elan verloren. "In festen Händen" - ein Lied, das Udo 1989 für Milva geschrieben hat, kann zwar nicht ganz an das Original heranreichen, trotzdem bleibt es ein Highlight auf dieser MC und als letztes "Darum steh ich zu dir", mit Text von Thomas Christen , ein Lied ganz in der Udo-Jürgens-Tradition.
Und dann gibt es eben leider noch Neuproduktionen von alten Klassikern, wobei hier "weniger manchmal mehr" gewesen wäre. "Griechischer Wein" in einer Version, die Udo wahrscheinlich nie live, und das aus gutem Grunde, singen wird. "Ich war noch niemals in New York" , musikalisch neu aufbereitet - aber bitte wo bleibt der Flügel ?? usw. Den negativen Gesamteindruck bei diesem Album können die wenigen positiven Höhepunkte nicht aufwiegen, was weniger Udo Jürgens' Schuld, als die des Produzententeams ist. Vielleicht sollte Udo mal wieder auf einen Produzenten wie Harold Faltermeyer zurückgreifen...

Produktinfo:

Die Geburtstags-CD zur Tournee 2000 / 2001

Kurz vor dem Start seiner großen Tournee durch das deutschsprachige Europa stellt Udo Jürgens seine neue CD "Mit 66 Jahren..." vor. Jetzt, da sein eigenes Lied von der Realität eingeholt wird, versteht sich der programmatische Titel natürlich von selbst. Und dass er nicht im Entferntesten daran denkt, kürzer zu treten, dokumentiert schon alleine die kommende 100-Stationen-Tournee bis ins Jahr 2001 hinein. Da der jugendliche Altmeister stets versucht, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, hat er alle Gesangs- und Klavieraufnahmen der aktuellen Scheibe im Rahmen eines "Halburlaubes" dort eingespielt, wo sich alle möglichen Rock- und Popgrößen die Türklinke in die Hand geben: in den Compass Point Studios in Nassau, auf den Bahamas. Daneben hat das bewährte Produktionsteam unter Tonmeister und Co-Produzent Peter Wagner wiederum in diversen Studios in Berlin, München, Lissabon und Zürich am Udo-Soundmix 2000 gefeilt.

Auf der "Geburtstags-CD" finden sich fünf nagelneue Titel und 13 große Udo-Klassiker, die alle vollständig neu produziert oder neu gemastert worden sind. Den poppigen Auftakt macht der Titelsong "Mit 66 Jahren...", der in so flottem Tempo daherkommt, dass man keinen Moment daran zweifelt, dass der Vollblutmusiker auch die nächsten Jahre noch reichlich "...Spaß daran haben wird." Der Hymne aller Junggebliebenen folgt als Kontrapunkt "Was wichtig ist". Eine große Ballade mit großen Gefühlen, wie sie auch einem versierten Komponisten wie Udo Jürgens nach eigenen Aussagen nur selten gelingt. Als Promotion-Single wird neben dem Titelsong das Stück "Darum steh ich zu Dir" ausgekoppelt. Ein Lied ganz in der Udo Jürgens-Tradition, wie das "In festen Händen", das er eigentlich vor Jahren für Milva geschrieben, aber nie selbst aufgenommen hatte. Im Song "Manchmal passiert's" intoniert Udo eines seiner Lieblingsthemen - verführt zum Ausbruch aus dem Alltagseinerlei und rät dazu, das kleine Glück auf dem direkten Weg zu suchen: "Frau und Mann, so nebenbei, jeder Tag schwer wie Blei. Müde Träume, schwarzes Loch. Und das Herz fragt, lebst Du noch!? Dann passiert's und man geht. Fliegt zur Sonne und man lebt. Folgt der Seele, Schritt für Schritt. Und man kehrt lächelnd zurück."

Mit "Was ist das für ein Land" hat er einmal mehr den Nerv der Zeit getroffen: "Ich sehe seit langem mit Entstetzen die Gewaltbereitschaft, die sich in unserer Gesellschaft überall breit macht. Aber dass dieses Lied so typisch zu den aktuellen Geschehnissen passt, ist ein Zufall. Das sind Anliegen, die in meinem Unterbewusstsein lange reifen. Vor einigen Monaten schon hat mich Autor Jochen Kramer zu "Was ist das für ein land" inspiriert, weil er dieses Thema in einem seiner Texte ansprach. Ich war erschüttert, wie ich die Geschichte gelesen habe über diese gewalttätigen Jugendlichen, die einen Wehrlosen mit Baseballschlägern brutal niedergeknüppelt haben. Und wie er als einziger lebenslänglich im Rollstuhl-Gefängnis sitzt, während die Täter alle wieder auf freiem Fuß leben. Da hab ich mir gedacht, das ist wieder mal so ein Text, der sich überhaupt nicht für ein Lied eignet, aber den muss ich einfach machen."

Als wacher Geist schöpft Udo Jürgens seine Ideen teils aus den eigenen Erfahrungen und teils aus der scharfen Beobachtung seiner Umwelt: "Wenn man versucht diese Eindrücke zu verarbeiten, damit man am Abend wieder Schlaf findet, und wenn man Musiker, Maler oder Fotograf oder Lieterat ist, so wird das in die eigene Arbeit einfließen. Dann hat jemand seinen künstlerischen Beruf begriffen und dann wird seine Arbeit in irgendeiner Form einen Zeitbezug haben. Das halte ich persönlich für einen sehr wichtigen Punkt." Reine Unterhaltung ohne jeglichen Tiefgang ist nicht Udos Ding. Gerade die Tatsache, dass er versucht, gleichzeitig Fröhlichkeit und Nachdenklichkeit zu vermitteln, macht seine Qualität aus. Deshalb mischt er Lieder wie "Tante Emma", "Mein Baum" und "Der gekaufte Drachen" wie Rosinen im Geburtstagskuchen gleich in die neue, liebevoll zusammengestellte CD. Und um beim Bild der Geburtstagstafel zu bleiben: Eine süffige Wiederentdeckung ist das textlich aktualisierte "Auf der Starße der Vergessenheit" sowie der gute alte Tropfen "Griechischer Wein", den Udo in gänzlich neue Schläuche abgefüllt hat. Ebenfalls mit auf dem Festgedeck: der Evergreen und Partyknüller "Ich war noch niemals in New York", der wie frisch gebohnert glänzt, sowie "Ein ehrenwertes Haus" aus den 70er Jahren, das im flotten 200er Rhythmus daherkommt.

Und wie sieht sich der Komponist und Sänger mit seinen 66 Lenzen selbst? "Ich bin im Kopf vielleicht etwas reifer, vernünftiger geworden. Aber die Vernunft ist noch nicht so groß, dass ich langweilig bin. Ich erkenne heute etwas besser die wesentlichen Punkte im Leben. Und die unwesentlichen sind etwas in den Hintergrund getreten. Insofern hat sich das Leben eigentlich in vielerlei Hinsicht äußerst positiv verändert. Auf der anderen Seite ist man doch manchmal ein bisschen bedrückt, wenn man bedenkt, wie der Weg nach vorne doch etwas kurz geworden ist. Aber sonst ist das Leben in den Gegenwart eigentlich toller als vor 20 Jahren." 
Freimütig räumt Udo ein, dass sein Hang zum Blödeln und Rumalbern auch nach wie vor vorhanden ist: "Humor und Satire bis hin zur Selbstironie sind für mich sehr wichtig. Und auch den Schuss Naivität, den man gebraucht, um Unterhaltung zu machen, habe ich mir durchaus erhalten. Ich kann durch meine eigenen und selbstverständlich ebenso durch die Lieder anderer echt gerührt sein und diese Gefühle auch zeigen."
Eigentlich passte der gelernte Musiker ja ohnehin nie so richtig in die Poplandschaft. Er kommt aus "gutem Hause" und sein Leben entspricht auch sonst nicht der typischen Biografie eines Popmusikers. Udo: "Für mich ist es das Schönste, eine Musik zu machne, die viele Elemente umfasst. Von der Klassik bis hin zum Rock, denn das passt unglaublich gut zusammen. Jetzt, wo ich älter werde, versuche ich alle Dinge, die ich gelernt habe, in meine Musik einfließen zu lassen. Aber ich will nicht irgendein Gemisch zusammenbrauen, sondern eine Musik komponieren, die für mich typisch ist."