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Dienstag, 5. Mai 2026, 06:01

Alben, die irgendiwe nicht "zünden"

..bzw. etwas verloren und eher nicht so kreativ wirkten; eine gewisse Qualität in einzelnen Songs, aber im Ganzen einfach nie so ganz ankamen bei mir:

1. Mitten im Leben (hoffnungslos überproduziert - "Mein Ziel" hätte so viel Substanz leichter produziert - Opener "Der Mann ist das Problem" einfach nur - naja. Rest der Songs bleiben nicht hängen. Ich hab das Gefühl, dass es unter Zeitdruck entstand und Udo auch schon nicht mehr auf der Höhe des Schaffens war.

2. Ich werde da sein - Bote aus besseren Welten; mehr fällt mir nicht ein - hoffnungslos verloren in der Unkreativität der bleiernden End 90er Zeit; zum Glück folgte dann das stärkere "Laster" Album.

3. Das blaue Album - nach dem bockstarken "Deinetwegen" (einziger Ausfall: Radio) und vor dem starken "Ohne Maske" (nach hinten hin aber sehr schwache Songs) auch so ein Zwitter - Moskau/New York und Da capo die Meilensteine sowie Die Welt braucht Lieder.; der Rest - verloren in den End 80ern.

Grüße

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Samstag, 9. Mai 2026, 10:51

Geschmäcker sind verschieden.

Für mich ist "Ich werde da sein" noch eines seiner besseren Alben aus der späteren Schaffensphase. Die Single "Bring ein Licht ins Dunkel" war mit dieser Kinderstimme schon etwas peinlich-pathetisch und ein schlechter Repräsentant dieser insgesamt ordentlichen und vielseitigen Platte. Sehr offensichtlich wollte er ein bisschen an Vergangenes anknüpfen: ein Duett mit Jenny, eine symphonische Nummer mit den Berliner Philharmonikern, mit "Alles was gut tut" (offensichtlich inspiriert von "Vielen Dank für die Blumen") aber auch einer seiner wenigen Radiohits in den 90ern. Und mit "Danke für den Abend" dann eine seiner schönen Swingnummern im Sinatra-Style und ein fantastischer Rausschmeißer für jede gepflegte Party. Sicher insgesamt nicht sein bestes Album, aber mir persönlich gefällt es als Album viel besser als der Vorgänger "Gestern, heute, morgen" und der Nachfolger "Mit 66 Jahren", die ja größtenteils Compilations mit Neuaufnahmen alter Titel waren. Und vom Sound fand ich es nicht ganz so schlagerhaft wie "Zärtlicher Chaot" und auch das spätere "Es lebe das Laster".

Aber das schöne ist ja, dass man sich im breiten Lebenswerk von Udo seine eigenen Favoriten suchen kann. Für mich persönlich bleibt die Heider-Phase (1976-1981) die stärkste - im Rückblick die zeitlosesten Produktionen und noch mit viel echten Instrumenten.

Hier meine "Nichtzünder-Liste" (die Siegel-Phase lasse ich mal komplett raus):

1. "Mein Lied für Dich" - enttäuschender Nachfolger von "Was ich Dir sagen will"
2. "Deinetwegen" - ja, "Ich will, ich kann - I can, I will" und der Titelsong sind stark, aber der Rest und vor allem die Produktion sind mir zu steril und zu uninspiriert. Offensichtlich hat man sich hier mit der Zielgruppe Ü60 arrangiert.
3. "Einfach ich" - schon das Plattencover ist so lieblos dahinlayoutet, dass man gar keine Lust mehr hatte, die CD zu hören. Die Lieder plätscherten dann alle so dahin, die Platte fiel für mich deutlich ab nach "Es lebe das Laster" und "Jetzt oder nie".

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Lenny K.« (9. Mai 2026, 11:06)


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Sonntag, 10. Mai 2026, 04:59

Volle Zustimmung bzgl. Einfach Ich - interessant, dass jedoch die Einfach Ich Tournee eine der letzten richtig kraftvollsten-vitalsten war mit toller Setlist ("Schwalben(...).

Zu den Plattencovern - außer "Hautnah" waren alle irgendwie nicht so inspiriert; der Schwerpunkt lag beim Marketing wohl ganz klar woanders.